Zugegeben. Die Frage mag überspitzt formuliert sein. Befinden wir uns doch inmitten einer fortschreitenden Digitalisierung. Aber sind wir wirklich schon betrunken, weil wir zu viele technische Trends aufgreifen und wäre ein bisschen weniger manchmal vielleicht sogar mehr? Die zwei Messetage in Köln haben uns bei der Beantwortung dieser Frage geholfen. Ein Rück- und zugleich Ausblick.

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Chatbots, Virtual & Augmented Reality, Automation, Google Home, künstliche Intelligenz. Diese Themen waren omnipräsent auf der dmexco 2017. Kurz gesagt, um eine Digitale Transformation kommt man nicht mehr herum. Und das ist gut so. Diese Entwicklung hilft der gesamten Branche dabei, den Kundenservice sowie das Leistungsportfolio stetig zu verbessern.

Die allseits bekannten Messaging Dienste – Facebook Messenger, Whatsapp usw. – dienen mittlerweile als vollwertige Kommunikationskanäle. Der Support bzw. Austausch mit Kunden hat damit die nächsthöhere Stufe erreicht. Die Mittel zur Verständigung sind vielfältig: Telefon, E-Mail, Internet sind hierbei die bekanntesten. So ehrlich muss man an der Stelle sein: Auch von uns werden sie im privaten Gebrauch täglich bis zur Trunkenheit genutzt.

Zudem konnte man auf der dmexco beobachten, dass Videos und Live-Streams als Werbe- und Präsentationsmittel eine immer höhere Bedeutung genießen. Mit ihnen lassen sich Emotionen bei den eigenen Zielgruppen bestens hervorrufen. Auch das nimmt für die Analyse der Customer Lifecycle eine hohe Relevanz ein. Wenn wir diese Erkenntnisse für unsere Zielgruppen beherzigen, wird es uns unser ROI (Return of Investment) sicher irgendwann danken.

Im Jahr 2012 wurden die ersten VR-Brillen vorgestellt. Damals hätte ein Großteil der jetzigen Nutzer laut Gesetz wohl noch nicht betrunken sein dürfen. Inoffiziell waren es wohl doch (fast) alle. Heute lassen es – dank einer immer günstiger werdenden Kameratechnik – viele Möglichkeiten in der virtuellen Realität zu, die relevanten Gefühle und Reaktionen schnell und vorteilhaft aufzeigen. Die Customer Journey, eine enge Kundenbindung und Big Data – mittlerweile immer häufiger richtig und gewissenhaft eingesetzt – lassen grüßen.

Auch vor dem groß umfassenden Wort Automatisierung konnte man sich auf der dmexco kaum retten. Prozesse, Nachrichten, Kampagnen. Wer nicht automatisiert, geht nicht mehr mit der Zeit. Denn die Vorteile – wie eine gewaltige Ressourceneinsparung in vielen Bereichen – sind unübersehbar. Die Wichtigkeit der Zeit- und Kostenreduzierung wurde uns auch von den Besuchern unseres mailingwork-Standes wiedergegeben. Nicht wenige Marketer wünschen sich, mehr Zeit für diesen Kommunikationskanal aufzuwenden und hierbei einen höheren Grad an Personalisierung vornehmen zu können.

An den beiden Messetagen stellte sich in Gesprächen immer wieder heraus, dass E-Mail-Marketing auch in Zukunft eine entscheidende Rolle in der digitalen Branche für Unternehmen, Agenturen und Dienstleister spielen wird. Dass wir altbekannte Mitbewerber auf der dmexco wiedertrafen, bestätigt diese These.

Was ansonsten hängen blieb:

  • Der vielfache Wunsch nach einem Serverstandort in Deutschland.
  • Der Influencer Marketing Hype geht weiter. Auch viele Speaker griffen das Thema auf.
  • Die kostenpflichtigen Tickets hielten die Anzahl branchenfremder Besucher im Zaum.

Und die Give-away-Front? Die sorgte dafür, dass sich die Messe-Besucher vordergründig mit den verschiedensten Stoffbeuteln eindecken durften. Bonbons, Brezeln und Gummibärchen werden natürlich weiterhin an den Ständen fröhlich verteilt und sterben wohl so schnell auch nicht aus.

Martin Ott, der Facebook-Europa-Chef, gab zur dmexco zu verstehen, dass wir noch lange nicht betrunken vor lauter Digitalisierung sind und uns auch völlig nüchtern auf die Zukunft freuen können. Denn die digitale Entwicklung ist – wenn man ihn richtig anzuwenden weiß – ein Segen und sicherlich kein Fluch. Recht hat er!

 

 

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